Steuerberaterkosten-Rechner 2020: Das kostet es für Selbstständige


Tobias Dierich 16 Sep  ·  7 min Lesezeit

Niemand macht gerne seine Steuererklärung oder schlägt sich mit dem Finanzamt herum – doch als Selbstständiger kommt man leider nicht drumherum. Viele lagern diese lästige Aufgabe deshalb an einen Steuerberater aus um Zeit, und oftmals auch Geld, zu sparen.

Doch gerade als junger Freiberufler oder Selbstständiger versuchen wir alle, die monatlichen Kosten möglichst gering zu halten, um die Rücklagen nicht allzu schnell aufzubrauchen. Die Kosten für einen Steuerberater scheinen da schnell den Rahmen zu sprengen.

Wie viel dich ein Steuerberater kostet und ob es sich nicht vielleicht doch lohnt, erklären wir in diesem Beitrag. Mit unserem Rechner für Steuerberaterkosten kannst du außerdem im Handumdrehen berechnen, wie viel genau dich ein Steuerberater kosten würde.

Aufgaben eines Steuerberaters

Ein Steuerberater kann für dich verschiedenste Aufgaben übernehmen über die gesamte Buchhaltung, die Kommunikation mit dem Finanzamt oder die einfache Beratung bei steuerlichen Fragen und Problemen.

Welche Pflichten und Aufgaben bei dir anfallen, muss jedoch individuell betrachtet werden, da dies von vielen Faktoren, wie beispielsweise der Rechtsform, abhängig ist.

Die meisten Selbständigen, die keine Freiberufler sind, sind verpflichtet jährlich eine Bilanz zur Gewinnermittlung (Jahresabschluss) zu erstellen. Vom eigenhändigen Erstellen der Bilanz ist in den meisten Fällen dringend abzuraten, da es sich um eine zeitaufwändige und fehleranfällige Aufgabe handelt. Daher lagert ein Großteil des Selbstständigen diese Aufgabe bereits an einen Steuerberater aus.

Im Durchschnitt verbringen Freelancer 1,5 Tage pro Monat mit der Buchhaltung

Neben der Erstellung des Jahresabschlusses gibt es noch einige weitere Aufgaben, die regelmäßig erledigt und an das Finanzamt übermittelt werden müssen. Solange du nicht von der Kleinunternehmerregelung gebrauch machst, musst du monatlich (in seltenen Fällen auch vierteljährig) eine Umsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA) abgeben.

Abhängig von der Anzahl der Buchungen, d. h. eingehende und ausgehende Rechnungen, ist die UStVA eine aufwändige oder weniger aufwändige Aufgabe. Wenn du nur wenige (< 30) Buchungen pro Monat hast, lohnt es sich in der Regel die UStVa eigenhändig zu erstellen. Wer hingegen Zeit sparen möchte oder viele Belege im Laufe eines Monats sammelt, sollte auch die UStVA an einen Steuerberater abgeben.

Zuletzt bleibt noch die wichtigste Aufgabe: die laufende Buchhaltung. Im Optimalfall sammelst du deine Rechnungen und Belege kontinuierlich im Laufe eines Monats und überreichst sie anschließend an deinen Steuerberater. Die einfachste Variante ist, dass du am Ende des Monats einen Ordner mit Papierbelegen überreichst und er diese abarbeitet. Dein Steuerberater muss also alle Belege sortieren, einscannen, in sein EDV-System einpflegen und verbuchen. Dementsprechend aufwändig und teuer ist diese Option.

In jedem Fall empfiehlt es sich daher eine digitale Belegablage zu verwenden und dem Steuerberater die Belege auf diesem Wege zukommen zu lassen. Zusätzlich hast du hier die Möglichkeit, einen Teil deiner Buchführung selbst zu übernehmen und somit Kosten zu sparen.

Steuerberatergebühren

Die Kosten für einen Steuerberater hängen zunächst natürlich davon ab, welche Aufgaben übernommen werden sollen. Wer nur seinen Jahresabschluss abgeben will, zahlt weniger als jemand der die gesamte Buchhaltung abgibt. Viel Geld kann man beispielsweise sparen, indem man eine digitale Belegablage verwendet, in der die Belege vorerfasst werden können. Mit der richtigen Software ist es in vielen Fällen außerdem möglich die UStVA selbst zu erledigen und weiter Geld zu sparen.

Grundsätzlich sind die Gebühren, die ein Steuerberater verlangen darf jedoch in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Dafür sind im Gesetz drei Gebührenordnungen für unterschiedliche Tätigkeiten festgelegt:

  • Tabelle A für Beratungen
  • Tabelle B für Abschlüsse
  • Tabelle C für Buchführung

Die Vergütungsverordnung sieht jedoch keine feste Vergütung vor, sondern gibt dem Steuerberater einen gewissen Spielraum, indem er seine Vergütung festlegen kann. Abhängig von der Komplexität des Steuerfalls kann der Steuerberater also eine höhere Gebühr verlangen. Das muss der Steuerberater aber ggf. begründen können. Ist der Steuerfall hingegen mit wenig Aufwand verbunden, so darf nur eine geringere Vergütung verlangt werden.

Grundlage der Berechnung ist in jedem Fall der sogenannte Gegenstandswert welcher bei Unternehmen und Selbständigen den Einnahmen und bei Privatpersonen dem Einkommen entspricht.

Beispiel: Du bist freiberuflicher Grafikdesigner und hast einen Jahresumsatz von 75.000 Euro erzielt. Nun möchtest du deinen Jahresabschluss von einem Steuerberater erstellen lassen. Da Freiberufler grundsätzlich nicht bilanzierungspflichtig sind, muss nur eine Einnahmenüberschussrechnung erstellt werden.

Der Gegenstandswert der als Grundlage für die Berechnung der Vergütung dient, liegt hier also bei 75.000 Euro.

Da es sich um einen Abschluss handelt, gibt die Tabelle B der StbVV die Vergütung vor. Die volle Vergütung bei diesem Gegenstandswert liegt bei 319 Euro.

Die Verordnung erlaubt dem Steuerberater abhängig vom Aufwand des Abschlusses das 0,5 bis 3-fache der vollen Vergütung, also 159,50 Euro bis maximal 957 Euro, für die Erstellung der EÜR zu verlangen. Die Mittelgebühr, an welcher sich die Gebühr üblicherweise orientieren sollte, beträgt das 1,5-fache der vollen Vergütung, also 478,50 Euro.

Höhere Gebühren darf ein Steuerberater nur verlangen, wenn er zuvor eine schriftliche Bestätigung des Auftraggebers eingeholt hat.

Kostenrechner

Um zu berechnen, wie viel genau ein Steuerberater dich ganz persönlich kosten würde, kannst du unseren Steuerberaterkostenrechner verwenden. Wähle dazu einfach aus welche Aufgaben dein Steuerberater für dich übernehmen soll und wie hoch dein Jahresumsatz ist und du erhältst die Kosten nach Steuerberatervergütungsverordnung.

Der Rechner verwendet die aktualisierte StBVV vom 01.07.2020.

Lohnt es sich?

Ob sich ein Steuerberater für dich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Primär ist es die Aufgabe eines Steuerberaters, deine Steuerlast zu optimieren, d. h. dafür zu sorgen, dass du keine unnötigen Steuern zahlst. Auf finanzieller Sicht lohnt sich hier also ein Steuerberater, wenn die Steuerersparnisse höher sind als die Steuerberaterkosten.

Die Steuerersparnis durch einen Steuerberater lässt sich jedoch nicht prognostizieren. Daher solltest du hier deine ganz persönliche Situation begutachten und ggf. hier schon einen Steuerberater zurate ziehen.

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Neben den direkten finanziellen Aspekten gibt es jedoch einen aus unserer Sicht viel wichtigeren Punkt: Ein Steuerberater spart dir Zeit. Wie viel dies Wert ist, beurteilt jeder unterschiedlich. Die meisten würde die Zeit, die sie mit ihrer Steuer verbringen, sicherlich lieber mit Familie und Freunden verbringen.

Wer lieber mehr Arbeitet sollte sich außerdem ausrechnen, wie viel er in der Zeit, in der er sich nicht mit seiner Steuer beschäftigen muss, zusätzlich verdienen kann. Bei entsprechender Auslastung und gutem Stundensatz kann sich allein aus diesem Aspekt ein Steuerberater lohnen.

Zu guter Letzt sollte nicht die gewonnene Sicherheit durch einen Steuerberater vergessen werden. Gerade bei komplexeren Aufgaben wie die Erstellung von Jahresabschlüssen passieren Unerfahrenen schnell Fehler, die im schlimmsten Fall sehr teuer werden können. Einem Steuerberater unterlaufen sicherlich auch ab und zu kleinere Fehler, jedoch deutlich seltener. Außerdem haften Steuerberater für Schäden die nachweislich durch falsche Beratung entstanden sind. Insgesamt kann man sich also einiges an Nerven und schlaflosen Nächten sparen.

Alternativen

Wer die Vorteile eines Steuerberaters nutzen möchte, aber auf das Budget achten muss, kann einen der vielen Online-Steuerberater Anbieter wie Felix1 oder smartsteuer nutzen. Für einen vergleichsweise günstigen Preis erhältst du hier standardisierte Steuerberatung vom Jahresabschluss bis zur Umsatzsteuer-Voranmeldung. Nachteil dieser Angebote ist jedoch ganz klar die fehlende Flexibilität gerade bei komplexeren Angelegenheiten. Außerdem ist meist eine Vor-Ort-Betreuung, z. B. bei einer Betriebsprüfung, nicht möglich.

Wer lieber eine lokale Steuerberatungskanzlei beauftragen möchte, dem empfehlen wir die Verwendung eines Online-Tools, mit dem die Buchführung vorbereitet werden kann und welches die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater z. B. mittels DATEV-Export ermöglicht. Dadurch lässt sich ein signifikanter Teil der jährlichen Steuerberatungskosten einsparen.


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